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Natürliche Textilfasern aus Bambus
Nach jahrelanger Forschung ist es gelungen aus Bambus spinnbare Naturfasern zu gewinnen.
Die Betonung liegt hierbei auf Naturfaser. Das neue Material darf nicht mit dem verwechselt werden, das seit Jahren unter dem Begriff “Bambusfaser” im Handel ist. Bisherige “Bambusfasern” sind nichts weiter als Viskose, die eben aus Bambuszellulose statt aus Holz hergestellt wird.
Die neue, natürliche Bambusfaser wird ohne chemische Veränderung aus dem Bambushalm herausgelöst. Das Zerlegen der Bambushalme übernehmen die, die das schon seit Milliarden Jahren machen – Bakterien.
Wenn Bambus in der Natur verrottet stürzt sich eine Phalanx unterschiedlichster Bakterien und Pilze auf das Material. Gemeinsam zerlegen sie alle Holzbestandteile, und nach einigen Wochen bleibt nur ein Häufchen Humus übrig. Das ist sehr effektiv, bringt aber nicht das gewünschte Ergebnis.
Zum Glück bevorzugt jede der Mikrobenarten einen bestimmten Anteil des Bambus-Holzes. Die Geschmäcker sind eben auch bei Bakterien verschieden.
So entstand die Idee, in den natürlichen Verrottungsprozess lenkend einzugreifen.
Zunächst war zu klären, welche Bakterienarten überhaupt am Verrotten von Bambus beteiligt sind. Es wurden 28 verschiedene Arten aus vier Familien gefunden, die in gemeinschaftlicher Arbeit solide Bambushalme in Staub verwandeln.
Ein Paper über diese Forschung finden du hier.
In geschlossenen Behältern konnte man nun die Bedingungen so steuern, dass sich manche Bakterienarten besonders wohl fühlten, andere aber nicht.
Wir haben dieses besondere Garn – eine Mischung aus Bambus, Merino und Seide – in verschiedenen Tragetüchern verarbeitet, solange es erhältlich war. Die daraus entstandenen Babytragen überzeugten durch ihre angenehme Haptik und ihr temperaturausgleichendes Tragegefühl. Später angebotene Garne aus „reinem Bambus“ erwiesen sich leider stets als Viskose. Da der Herstellungsprozess hier ein völlig anderer ist, haben wir uns bewusst dagegen entschieden, diese zu verwenden.