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Entlaubungsmittel bei der Baumwollernte

Im konventionellen Baumwollanbau werden die Felder kurz vor der Ernte mit einem Herbizid gespritzt, das die Blätter welken, und schließlich die Pflanze absterben lässt.

Die Gründe

Baumwollblüte

Baumwollblüte

Ein Grund dafür ist, dass die Erntemaschinen nicht besonders feinfühlig vorgehen. Sie ernten Baumwolkapseln und Blätter und quetschen beides zusammen. Maschinell vom grünen Strauch geerntete Baumwolle wäre mit Blattschnipseln durchsetzt und grün vom Blattfarbstoff, und Sie wissen sicher, wie schwer Grasflecken aus Baumwolle heraus zu bekommen sind.
Der Hauptgrund ist aber ein anderer: An einem Baumwollstrauch werden nicht alle Fruchtkapseln gleichzeitig reif. Eine Maschine kann aber nicht zwischen reifen und unreifen Kapseln unterscheiden. Um die gleichzeitige Reifung aller Fruchtkapseln zu erzwingen, bedient man sich eines biologischen Tricks: Jede Pflanze reagiert auf eine schwere Verletzung mit einer sogenannten “Notreife”. Die Pflanze sichert ihren Fortbestand, in dem sie, bevor sie abstirbt, ihre noch unreifen Früchte in einem beschleunigten Prozess zumindest zur Keimfähigkeit reifen lässt. Das bringt zwar nicht die beste Qualität, für die Pflanze ist es aber besser als gar keine Nachkommen zu erzeugen.
Die “schwere Verletzung” sämtlicher Pflanzen eines Feldes wird am rationellsten mit einem Entlaubungsmittel hervor gerufen.

Die Nebenwirkungen:

  • Das Entlaubungsmittel wird kurz vor der Ernte ausgebracht. Die Baumwollkapseln, die zu diesem Zeipunkt bereits geöffnet sind, saugen das Pflanzengift auf. Es findet sich also in hoher Konzentration in der Rohbaumwolle, was besonders für die Arbeiter der ersten Verarbeitungsschritte sehr gesundheitsschädlich ist.
  • Ein großer Anteil des Giftes gelangen in den Boden, und da dieser von jedem Planzenwuchs befreit ist, auch ins Grundwasser.
  • Ein Teil des Mittels verbleibt für einige Zeit in der Erde, verhindert die Ansiedelung anderer Pflanzen und der Boden ist der Errosion schutzlos ausgeliefert.
  • Auch wenn das Herbizid so weit abgebaut ist, dass neu ausgesät werden kann, sind immer noch Reste vorhanden, die die Pflanzen schwächen. Dieses Schwäche muss durch einen verstärkten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger ausgeglichen werden.
  • Die vor der Zeit künstlich gereiften Baumwollkapseln enthalten minderwertige Fasern. Diese sind mit den hochwertigen untrennbar vermischt. Das Material ist also insgesamt schlechter als es sein könnte.

 

Die Baumwolle für DIDYMOS wird daher von Hand gepflückt.