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Ein Rundgang durch unsere Weberei

Man spannt ein paar Fäden (Kette) und zieht andere Fäden (Schuss) von der Seite durch – eigentlich ganz simpel. Manche Dinge entwickeln, aus der Nähe betrachtet, eine gewisse Komplexität. Wir beginnen mit den Fäden:

 

Das Garn

Garnrolle

DIDYMOS Garn

Für unsere Babytragetücher verwenden wir zwei verschiedene Garntypen:

Zwirn für die Kettfäden und glattes Garn für die Schussfäden.

Die Tücher sind garngefärbt, und wir weben in ca. 80 Farben. Das bedeutet für unsere Weberei, dass sie ständig mindestens 120 verschiedene Garne im Lager hat (nicht alle Farben kommen in Kette und Schuss vor).

 

 

 

 

 

 

 

 

Garnrollen

Schärgatter

Buntschären

Bevor es mit dem Weben los geht, muss ein Kettbaum gewickelt werden. Das Schärgatter wird mit Zwirnspulen in der richtigen farblichen Abfolge bestückt. Wenn im fertigen Tuch ein schmaler, blauer Längsstreifen erscheinen soll, werden jetzt z.B. 15 blaue Garnspulen in das Schärgatter gelegt, danach die nächste Farbe und so weiter, bis das Gatter voll ist.

Das Schärgatter fasst ungefähr 1000 Spulen. Möchte man z.B. 100 Meter dieses Tuchmusters weben, werden jetzt 100 Meter der 1000 Fäden auf die Schärtrommel gewickelt.

Da ein Tuch aber bis zu 1700 Kettfäden hat und 2 oder 3 Tücher parallel gewebt werden, wird der Vorgang so lange wiederholt bis alle Kettfäden auf der Schärtrommel liegen.

 

 

 

Zetteln

Buntschären

Anschließend wird die Kette von der Schärtrommel auf den Kettbaum umgespult.

Auch hier darf kein Faden vertauscht werden.

Sonst hat man sich verzettelt und muss noch mal ganz von vorne anfangen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Webwerk

Webwerk

Jetzt wird die Kette zur Webmaschine gebracht und aufgezogen. – Ein harmloser Ausdruck für eine arge Geduldsprobe. Tatsächlich müssen tausende Kettfäden von Hand durch jeweils drei Ösen der Webmaschine gefädelt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Jacquard-Webmaschine

Webmaschine Jacquard

Webmaschine Jacquard

Wie nähert man sich erzählerisch einem solchen Koloss?

Ich fange mal von oben, mit dem Steuerkopf an:

Im “ersten Stock” der Maschine, auf dem Bild die Treppe rauf, steht der Steuerkopf.
Der kann an jeder einzelnen von mehreren tausend Schnüren ziehen,
und so im Stockwerk darunter, im Webwerk, die zugeordneten Kettfäden heben oder senken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Webwerk

Kettbaum in der Maschine

Der Steuerkopf zieht an einzelnen “Harnischschnüren” um im Webwerk der Maschine den jeweils zugehörigen Kettfaden anzuheben oder zu senken.

Alle Harnischschnüre laufen als dickes Bündel durch eine Öffnung im Fußboden.
Ein Stockwerk tiefer verteilen sich die Harnischschnüre über die Breite des Webwerks.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Webung

Webung

 

Jede Schnur muss immer frei laufen. Der Hauptfeind ist hier der Staub.

Eine permanente Berieselung der Umgebung mit Wasser hält ihn in Grenzen. Wenn das einmal nicht klappt und eine Schnur hängen bleibt entsteht im günstigsten Fall ein Tuch, das Sie später in unserer Abteilung “Sonderangebote – Tücher mit kleinen Fehlern” erstehen können.

 

 

 

 

Greifer

Webfach

Schließlich das eigentliche Weben:

Zwei Greifer reichen einen Schussfaden von der einen zur anderen Seite des Webfachs durch. Das geht ziemlich schnell.
Nach jedem Durchgang klopft ein Kamm den neuen Faden fest. Der Kamm ist an der hellen Stange angebracht.
Um einen Faden zu “schießen” wird jedes mal Mechanik im Gesamtgewicht von ca. 2 Tonnen bewegt. Und das bis zu 240 mal in der Minute. Der Vorgang ist mit reichlich Geräuschentwicklung und Vibrationen eines mittleren Erdbebens verbunden. Ein Grund mehr, es in einem Land zu machen, wo Arbeitsschutzbestimmungen ernst genommen werden.