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Wir fertigen in der Region

Wir fertigen in der Region!

SZ-Magazin vom 12. Juli 2013

SZ-Magazin vom 12. Juli 2013

 

Warum tun wir das?

Natürlich könnten wir auch in Indien, Bangladesh oder ein wenig näher in Bulgarien oder Rumänien fertigen lassen. Der Transport ist billig, die Arbeitskräfte sind es auch, die Umweltauflagen sind geringer oder werden nicht so streng verfolgt wie bei uns.

 

Stop! Deswegen produzieren so viele in Fernost?

Für uns ist dies Grund genug, einmal genauer hin zu sehen.

 

Reisen wir also mithilfe der NZZ (Hungerlöhne in Osteuropas Kleiderkammer, 3.3. 2016) nach Calafat in den Süden Rumäniens, in die Strickerei Maglierie Cristian Impex. Dort lassen große, namhafte Markenlabel fertigen. Wir lesen von Arbeitsbedingungen, die sehr an die ärmsten Länder Asiens erinnern, zum Beispiel an Bangladesh und das innerhalb der EU. Die zum überwiegenden Teil weiblichen Arbeitskräfte werden meist zum gesetzlichen Mindestlohn von einigen hundert Euro pro Monat eingestellt, verdienen häufig jedoch noch weniger. Oft müssen die Arbeiter Wochen oder Monate auf die Auszahlung ihrer Löhne warten und haben keine Handhabe, wirksam dagegen vorzugehen ohne zu riskieren, ihren Job zu verlieren.

Laut Studien von nichtstaatlichen Organisationen sind die Probleme in der gesamten Region verbreitet. Ein Bericht der «Clean Clothes»-Kampagne, einer internationalen Gruppe, die sich für bessere Arbeitsbedingungen einsetzt, zeigte für Osteuropa und die Türkei auf, dass Hungerlöhne, gefährliche Arbeitsbedingungen und Zwangsüberstunden «charakteristisch für die gesamte Bekleidungsindustrie» sind. Die Gruppe stellte fest, dass die staatlichen Mindestlöhne in allen untersuchten Ländern unter der Armutsgrenze liegen – und weit unter dem geschätzten Existenzminimum für eine vierköpfige Familie. Sowohl in Rumänien als auch in Bulgarien betrug der Mindestlohn nur etwa 20 Prozent dieses Existenzminimums.

Wäre es nicht Aufgabe der Markenlabel für sozial faire Löhne und Arbeitsbedingungen einzustehen? Dafür gibt es die sogenannten Sozial-Audits, die überprüfen sollen, ob die Arbeitsbedingungen internationalen Standards (nicht mitteleuropäischen!) entsprechen. Die Schwierigkeit dabei ist, dass Auditoren immer nur kurz vor Ort sind und Arbeiter mitunter Angst davor haben, mit ihnen zu sprechen, weil sie dadurch ihren Arbeitsplatz riskieren.

Wir stellen nicht in Abrede, dass manche Unternehmen sich sehr um faire Arbeitsbedigungen vor Ort bemühen (die immer noch weit entfernt snd von unserem hohen Standard sind). Das ist aber ohne eine permanente Präsenz vor Ort nicht möglich.

Das zweite Beispiel führt uns nach Bangladesh, (SZ-Magazin vom 12. Juli 2013 – Im Namen der Kultur; siehe auch Abbildung oben) mit einem Ausflug in eine der ärmsten Regionen der Welt. Das British Council bezieht seine Taschen aus Bangladesh, obwohl man beteuert, keine Kinderarbeit zu dulden und stichprobenweise zu prüfen. Aber wer kann schon wissen, welche Fabrik an den Subunternehmer vom Subunternehmer vom Subunternehmer Aufträge durchreicht, zu immer noch billigeren Konditionen?

Bleiben wir in Bangladesh (Spiegel Online, Fabrikarbeiter in Bangladesh). Wir hören von Arbeitsbedingungen in Bangladesh immer nur dann, wenn wieder eine größere Fabrik einstürzt oder abbrennt. Das klingt zynisch und das ist es auch.

So geschehen im Mai 2013, die Presse war voll davon, tagelang wurde analysiert, wer denn nun eigentlich schuld sei. Die Unternehmen, die Verbraucher, die Regierungen? Geändert hat sich jedoch nichts, das System der Subunternehmer bleibt bestehen, die Preise werden weiter gedrückt und Arbeiter, überwiegend Frauen, zu unmenschlichen Bedingungen beschäftigt.

Bereits im Dezember 2012 berichtete die FAZ (Bangladesch Textilindustrie steht vor einem Wandel) von den katastrophalen Arbeitsbedingungen an diesem Produktionsstandort und den zum Überleben viel zu geringen Löhnen. Erst wenige Wochen zuvor waren in Pakistan 289 Arbeiter beim Brand einer Textilfabrik verbrannt. Am guten Willen mag es nicht fehlen, aber die Umsetzung klappt dennoch nicht. Viele Arbeiter sind gezwungen, 14-16 Stunden an sieben Tagen in der Woche zu arbeiten. Sie arbeiten unter unsicheren und gefährlichen Bedingungen. Sexuelle Belästigung und Diskriminierung sind weit verbreitet.

Der überwiegende Teil der Kleidung wird für westliche Märkte produziert. Die Liste der Marken, die dort produziert werden, liest sich wie das „who-is-who“ der billigen Modelabel ebenso wie der Markenlabel. Spätestens seit der Verabschiedung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte 2011 durch den UN-Menschenrechtsrat trägt ein Unternehmen die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass die Menschen- und Arbeitsrechte in der gesamten Lieferkette gewahrt werden (Zeit Online, Geiz tötet). Tatsächlich gibt es bis heute keine Unternehmerhaftung für Firmen, die in Ländern wie Bangladesh, China, Vietnam oder Pakistan produzieren lassen.

Es ließe sich noch viel mehr auch über Produktionsbedingungen in China oder Indien notieren. Letztlich unterscheiden sich diese nur wenig von den genannten. Die Textilindustrie ist immer weiter gezogen, dorthin, wo es noch billiger geht und noch weniger Auflagen zu erfüllen sind.

 

Wo produzieren wir?

1972, als Erika Hoffmann sich mit dem Familienauto, einem Fiat 500, auf den Weg auf die Schwäbische Alb machte, um eine Weberei für ihre vermeintlich verrückte Idee zu finden, war blühte die Textilindustrie in Deutschland noch. Binnen weniger Jahrzehnte jedoch verschwand sie und es gibt nur noch wenige, sehr spezialisierte Betriebe, aber es gibt sie noch. Inzwischen werden DIDYMOS-Babytragetücher nicht mehr nur noch auf der Schwäbischen Alb gewebt oder gestrickt (Jersey-Tücher) sondern auch im Mühlviertel. Das Garn gefärbt wird in Deutschland und Österreich. Genäht wird in verschiedenen Betrieben in Deutschland und in Österreich und verpackt wird alles bei uns in Ludwigsburg. Von dort wird auch alles verschickt. Weil wir das Ausgangsmaterial, die Baumwolle, nicht selbst anbauen können und auf Lieferanten weltweit angewiesen sind, beziehen wir nur GOTS-zertifizierte Garne.

 

Mehr zu unserer Produktion finden Sie auf diesen Seiten, die wir laufend überarbeiten und aktualisieren.