Suche
Mein Konto Mein Warenkorb: 0,00 €

Herkunft und Verarbeitung der Garne

Baumwolle

Baumwolle

Die Rohbaumwolle beziehen wir ausschließlich von kontrolliert biologisch anbauenden Betrieben (kbA) in Ägypten, der Türkei und Peru, was heißt, dass auf diesen Feldern keine Pflanzenschutzmittel und keine synthetischen Düngemittel eingesetzt werden.

Unsere Baumwolle wird von Hand gepflückt, was Entlaubungsmittel überflüssig macht und zudem die Qualität verbessert.
Über die medizinische Bedeutung minimaler Chemikalienrückstände in Textilien wird zwar selbst in Fachkreisen noch debattiert, unbestreitbar aber ist, dass es den Arbeitern vor Ort schlecht bekommt, wenn sie regelmäßig in Pestizidschwaden gehüllt werden oder das Entlaubungsmittel bei der Weiterverarbeitung mit dem Staub einatmen.
Die sauberste Rohbaumwolle nützt aber nichts, wenn sie während ihrer Verarbeitung mit fragwürdigen Stoffen belastet wird. Grundsätzlich kann jede Substanz, die in die Haut eindringt, eine Reizung oder gar eine Allergie auslösen, wobei es keinen Unterschied macht, ob die Substanz natürlich oder künstlich ist.

Entscheidend ist vielmehr die individuelle Sensibilität des Menschen. Die Kunst besteht also darin, bei jedem Arbeitsschritt darauf zu achten, dass so wenige Zusätze wie nur möglich verwendet werden. Das Meiste kann man ganz weglassen. Diese sogenannte Veredelung ist nicht selten gefährlich und fast immer entbehrlich.
Der aufmerksame Leser wird sich jetzt fragen, weshalb denn diese Stoffe gewöhnlich aufgebracht werden, wenn sie doch entbehrlich sind und letztlich Geld kosten.

Die Antwort lautet: Sie sparen im Produktionsprozess mehr als sie kosten.

Vom Schlichtemittel, das das Weben vereinfacht, bis zur Knitterfrei-Ausrüstung, die dem Ladenbesitzer das Bügeln der frischen Ware erspart, kommen so etliche Helferlein zum Einsatz von denen manche sogar für das jeweilige Produkt eher störend sind. So macht zum Beispiel ein optischer Aufheller auf einem bunten Tuch wenig Sinn, was aber in Kauf genommen wird, damit man nicht zwei Garnsorten herstellen, lagern und verwalten muss.

 

 

 

Garnrollen

Garnrollen

Was auch wir nicht weglassen können, ist die Farbe, denn Farblosigkeit ist auf Dauer nicht so erbaulich. Wir verwenden aber nur die allerbesten Farben, auch wenn die Palette dadurch etwas eingeschränkt ist. Die Kriterien sind:

 

1. Der Farbstoff selbst muss so rein wie nur möglich sein. Im Idealfall besteht er aus nur einer einzigen Substanz. Weil, wie oben erwähnt, im Prinzip jede Substanz ein potentielles Allergen ist, sollten Stoffgemische möglichst vermieden werden.

 

2. Der Farbstoff darf keine bedenklichen Gruppen (z.B. Halogene, Azo-Gruppe, Schwermetalle…) enthalten.

 

3. Die Verbindung zwischen Farbe und Faser muss unlösbar fest sein, weil nur der Farbstoff, der sich von der Faser löst, in die Haut eindringen kann.
Von Pflanzenfarben wird der erste Punkt nicht erfüllt und der dritte nur bei der Färbung proteinhaltiger Fasern (Wolle, Seide). Dies nur, weil wir manchmal gefragt werden, warum wir nicht mit Pflanzen färben.

 

Neben der Baumwolle verwenden wir für unsere DIDYMOS-Tücher besonders gern Leinen und Hanf, weil beide Fasern praktisch vor der Haustür wachsen und sich beide Pflanzen für extensive Bewirtschaftung eignen. Das heißt, sie wachsen förmlich wie Unkraut und benötigen weder Dünger noch Pflanzenschutzmittel.

 

 

Flachsfeld

Flachsfeld

Was sie beim Anbau einsparen, fordern Leinen und Hanf allerdings bei der Verarbeitung zurück.

Es ist doch einiger mechanischer Aufwand nötig, um aus einem holzigen Stengel ein flauschiges Garn zu machen, weshalb Leinen und Hanfgewebe schließlich etwas teurer sind als Baumwolltücher.

 

Egal ob die Baumwolle aus Peru, das Leinen aus England oder der Hanf aus Baden kommen – alle weiteren Verarbeitungsschritte, vom Spinnen der Garne bis zur Verpackung, finden in unserer Region statt. Das spart Wege und garantiert eine gleichbleibend hohe Qualität. Nebenbei erhalten wir Arbeitsplätze und webtechnisches Können in einer traditionsreichen Industrie.

 

 

 

 

Garnvergrößerung

Garn – Vergrößerungen

A propos Qualität:

Der Schußfaden besteht bei allen DIDYMOS-Tüchern aus zwei Baumwollsträngen, die ihrerseits nicht verzwirnt sind.

Bei der Kreuzköper-Bindung (violettes Tuch rechts) über- und unterläuft der Schussfaden (im Beispiel rechts violett) jeweils zwei Kettfäden, wobei sich der Seitenwechsel in jeder Zeile um einen Kettfaden verschiebt.

Wir erreichen dadurch die besondere Elastizität in diagonaler Richtung, wobei die gezwirnten Kettfäden das Tuch dauerhaft in Form halten.

Die ungezwirnten Schußfäden verhindern, dass sich das Tuch beim Waschen verfestigt, und sorgen für eine etwas raue Oberfläche, die den Sitz stabilisiert.

Bei den Indio-Tüchern (blaues Tuch rechts) erfolgt der Seitenwechsel nicht regelmäßig, sondern dem gewünschten Muster entsprechend.

Beim Jacquard wird noch dazu mit verschieden farbigen Schussfäden gearbeitet.

Zur Herstellung benötigen wir neben speziellen Webmaschinen einen besonders geduldigen und erfahrenen Webmeister. Die ungezwirnten Schußfäden neigen nämlich dazu, sich beim Weben im Spalier der Kettfäden zu verfangen. In solchen Momenten entstehen dann bestenfalls unsere Sonderangebote.

 

 

 

Schnellkochtopf-Garn-250

Garnfärbung

Eine weitere Besonderheit der DIDYMOS-Tücher ist die Garnfärbung. Das heißt, die Garne werden vor dem Weben gefärbt. (In so einem “Schnellkochtopf” – links) Die sonst übliche Methode besteht darin, das fertige Gewebe zu färben oder zu bedrucken.

 

Vorteile der Garnfärbung sind:

Die Färbung erfolgt in einem Farbbad. Die Faser wird also vollständig von der Farbe durchdrungen. Das verbessert die Abriebfestigkeit.
Man hat es pro Arbeitsgang mit nur einem einzigen Farbstoff zu tun. Man kann also die Färbebedingungen wie Temperatur, Einwirkzeit und PH-Wert für diesen Farbstoff optimal einstellen. Damit erreichen wir die bestmögliche Fixierung auf der Faser und eine intensive Farbwirkung.
Schließlich ist die Rückgewinnung der Färbemittel leichter und vollständiger möglich, da das Färbemittel im ganzen Prozess sortenrein bleibt. Das vermeidet Abfall.

 

Die Nachteile sind, wie so oft, wirtschaftlicher Natur:

Wir müssen immer einen Vorrat vieler verschiedener Garne halten. Auch von den fertigen Stoffen haben wir einen soliden Lagerbestand. Wir können ja nur grob schätzen, welche Modelle in Zukunft gefragt sein werden.

So ein Lager ist schwierig zu verwalten, Kalkulationsfehler rächen sich oft Monate später, und billig ist es auch nicht.
Es wäre allemal günstiger, kontinuierlich denselben weißen Stoff zu weben, der dann nach Bedarf bedruckt wird.

Aber wir können nicht billig – wir können nur gut.