DIDYMOS-Tücher und andere Gewebe
- verschiedene Webarten im Vergleich

Tragetücher werden aus den unterschiedlichsten Geweben angeboten aber nur zwei eignen sich wirklich um Babys darin zu tragen:

Kreuzköper
Die Kettfäden flotten abwechseld auf der Ober- und der Unterseite. Das Gewebe hat eine extrem hohe Schiebefestigkeit und zeichnet sich durch einen besonders vollen Griff aus. Vorder- und Rückseite erscheinen gleich. Die Elastizität ist in beiden Diagonalrichtungen gleich hoch.
Die Keuzköperbindung ergibt gute, solide Tragetücher.
Unsere Standard- und Streifen-Modelle sind aus diesem Material.

Bild: Modell "Jan"


Jacquard
bei Jacquard erfolgt die Flottung auf beiden Gewebeseiten, in Kette und Schuss variabel.
In Griff und Schiebefestigkeit dem Kreuzköper sehr ähnlich, aber weicher und diagonal noch elastischer.
Durch den Kontrast von Kett- und Schussatlas heben sich die Motive sehr deutlich vom Fond ab. Es können fast beliebige Muster gewebt werden.
Vorder- und Rückseite zeigen das jeweils umgekehrte Farbenspiel.

Wegen des hohen webtechnischen Aufwandes ist diese Webart heute nur noch selten zu finden.

Bild: Modell "Paul"

Jacquard ist für Babytragetücher ideal. Es hat die guten Eigenschaften von Kreuzköper, ist aber deutlich weicher und luftiger, was besonders im Sommer günstig ist.
Nur DIDYMOS bietet Ihnen Tücher in dieser herausragenden Qualität.

 
Atlas
Einige Sondertücher weben wir auch in einem "1-2-Kettatlas".
Der Begriff Atlas wird gewöhnlich für Gewebe mit deutlich weniger Bindungspunkten verwendet. Ein typisches Atlas-Gewebe ist Satin, mit einem Bindungspunkt auf sechs Fäden (1-6-Atlas).
Für den 1-2-Atlas unserer Tücher gibt es keinen speziellen Namen. Die große Zahl an Bindungspunkten und deren symmetrische Verteilung sorgen hier für eine gleichmäßige Elastizität. So ist die Bezeichnung etwas irreführend, da man bei "Atlas" eher an sehr dichte, wenig elasische Gewebe denkt.

Wir haben diese Webart gewählt, weil wir ein Tuch machen wollten, dessen Seiten unterschiedliche Farben haben.
Mit dem Verhältnis eins zu zwei treten Kette oder Schuss auf den jeweiligen Seiten schon deutlich in den Vordergrund, ohne dass die für ein Babytragetuch notwendigen Eigenschaften beeinträchtigt würden.

Andere Gewebe erfüllen die speziellen Anforderungen, die an ein Babytragetuch gestellt werden nicht.
Im Folgenden einige Beispiele von Bindungsarten, die nie für DIDYMOS-Tücher eingesetzt wurden:

Leinwandbindung
oder auch Tuchbindung, ist die einfachste Fadenverflechtung. Die Fadenverkreuzungen wechseln von Faden zu Faden. Das ergibt ein dünnes Gewebe mit geringer Elastizität und Schiebefestigkeit.

Fachbegriffe

flotten
Überspringen einzelner oder mehrerer Querfäden. Der Übersprung kann in Längsrichtung (Kette) oder Querrichtung (Schuss), auf der Ober- oder der Unterseite erfolgen.
Schiebefestigkeit
Je weniger sich unter Belastung Kette und Schuss dauerhaft gegeneinander verschieben umso größer ist die Schiebefestigkeit. Bei geringer Schiebefestigkeit gerät das Gewebe aus der Form und "leiert aus".
Atlas
Sammelbegriff für Gewebe bei denen Kette oder Schuss regelmäßig über eine bestimmte Anzahl an Bindungspunkten flotten->. Satin ist zum Beispiel ein 1-6-Kettatlas. Jacquard und Damast sind Kombinationen aus Kett- und Schussatlas.
Die Leinwandbindung findet man bei einfachen Tüchern aus Südamerika oder Asien. Sie werden dort meist als Übertuch, mehr zum Schmuck eingesetzt. Als Tragetuch geraten sie schnell aus der Form, geben dem Baby wenig Halt und müssen oft nachgezogen werden.

einfacher Köper
Gewebe bei denen die Kettfäden auf einer Gewebeseite flotten. Die schräg nebeneinander angeordneten Bindungspunkte bilden auffällige, diagonal verlaufende Grate (Köpergrat). Die Elastizität in den beiden Diagonalrichtungen unterscheidet sich erheblich.
Seit dem kundigen Publikum der Begriff Köperbindung geläufig ist, tauchen "Tragetücher" in einfacher Köperbindung auf.
Die ungleichmäßige Elastizität dieser Tücher führt zu einem schiefen Sitz, der sich kaum korrigieren lässt.

Diamantköper
ist ein einfacher Köper, bei dem die Richtung der Köpergrate regelmäßig wechselt. Das ergibt einen sehr dichten Stoff mit einem Muster aus kleinen Rauten. Diamantköper wird in Europa seit der Spätantike auf einfachen Webstühlen hergestellt und für Mäntel und stark strapazierte Kleidung eingesetzt.


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